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  Flufa-Moke, 90x60 qcm, Wachs auf Pergament, kNuke, Stara Morawa, 2015
Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers

 
             
 

Flufa-Moke

Sie ist nicht erforscht. Manche bestreiten, dass sie überhaupt bekannt sei. In Lehrbüchern findet man nichts über sie. Sie ist die Flugfadenmolluske. Diesen Namen gab ihr der Kreuzberger Psychotherapeut und Biologe Dr. Nohr-Thor Flusensatz. Ihm sei es als einziger bislang gelungen, eine Flugfadenmolluske unter Laborbedingungen längere Zeit zu untersuchen.

Dies jedenfalls behauptet kNuke, der das unbekannte Wesen abkürzend Flufa-Moke nennt. Flusensatz selbst äußerte sich bislang zu Flufa-Moke im Allgemeinen und über das Behauptete im Speziellen nicht. Eines ließ kNuke allerdings durchblicken, Flufa-Moke sei von anderer Wesensart. Und diese trüge Eigenschaften in sich, die Flufa-Moke zu einem wissenschaftlichen Premium-Geheimprojekt mache. Seine Vermutung habe sich nach seinem Vortrag über die Flugfadenmolluske an der Kazimierz-Wielki-Universität in Bydgoszcz im Sommersemester 2015 erhärtet.

"Nach meinem Vortrag bin ich von drei nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern der Hochschule zu einem Acht-Augen-Gespräch geladen worden. Wir fuhren durch die Wasserstadt und setzten uns ins Strefa Café. Wir unterhielten uns über Belanglosigkeiten. Von Flufa-Moke war nicht die Rede, glaube ich. Jedenfalls erinnere ich mich daran nicht. Doch heute, da ich versuche die Puzzlesteine dieser Vergangenheit zusammenzusetzen, auch mittels Hypnoseunterstützung durch Nohr-Thor, breitet sich in mir das Gefühl aus, dass da mehr gewesen war, als ich heute zu wissen glaube!"

Soweit kNuke zu seiner damaligen Unterredung mit seinen mysteriösen Gastgebern. Als Mark Muck begann ich zu recherchieren. Das Ergebnis: Keine öffentliche Institution, die auch nur im Entferntesten mit der Causa Flufa-Moke hätte zu tun haben können, wollte mit ihr zu tun gehabt haben. Ein belastbares Dementi dergestalt, dass man mit Flufa-Moke tatsächlich nichts zu tun hatte, war jedoch in keinem der recherchierten Fälle zu erhalten. Das sagt jedenfalls Mark Muck. Bleibt also der Kreuzberger Psychotherapeut.

Flusensatz soll, so verstand Mark Muck kNuke während seines letzten Mokka-Gespräches im Barcomi's, eine bislang unbekannte Eigenschaft Flufa-Mokes beobachtet und untersucht haben. Diese Eigenschaft bezog sich offensichtlich auf eine Interpretation Flufa-Mokes als Nano-Maschine mit Attributen selbstorganisierender Systeme. "Und genau diese Eigenschaft inspiriert mich zu einer neuen Dimension", betonte kNuke Mark Muck gegenüber damals.

Mark Mucks Interpretation von Flufa-Moke hat kNuke in seine(r) Skizze gespiegelt: Einerseits repräsentiert die "andere Wesenheit" den Weg der Schnecke. Entschleunigung mag hier das Stichwort sein. Andererseits lässt kNuke die Eleganz Picassos Friedenstaube schwanenhaft durchscheinen. In diesem Sinne birgt Flufa-Moke ebenso eine Symbolik in sich, die sowohl gewollt als auch erkennbar über sie schwebt ...

 
             
   
  © 2014 Arnd Moritz, Berlin, Germany  ·  arndmoritz.de  ·  Stand: Oktober 2016